Das Goldene Zeitalter der arabisch-persischen Wissenschaft

Schüler in einer Bibliothek in Bagdad (13tes Jahrhundert Maqamat Hariri). Bibliotheque Nationale de France

Im achten Jahrhundert, unter der Herrschaft der in Persien regierenden Abbasiden, erreichte das persisch-arabische Großreich eine kulturelle Blütezeit. Die Kalifen waren weltoffen und förderten die Wissenschaft. Sie ließen die Texte antiker Gelehrter sammeln, übersetzen und ihre Gedanken weiter entwickeln. Bagdad galt damals als Zentrum der Gelehrsamkeit und war dem mittelalterlichen Europa weit voraus. Im Zuge der Wiedereroberung Spaniens gelangten die Werke arabischer Gelehrter später nach Europa und dienten dort noch jahrhundertelang als unangefochtene Quellen des Wissens. Doch während Europa im späten Mittelalter und der Renaissance durch die Wiederentdeckung der antiken Schriften nun seinerseits eine kulturelle Blütezeit erlebte, schwand die Macht des persisch-arabischen Reiches, es zerfiel in kleinere Einheiten und die muslimische Kultur verlor ihre Vormachtstellung.

Heute gilt die muslimische Welt als wenig weltoffen und der Wissenschaft gegenüber ablehnend eingestellt. Doch das war nicht immer so. Vom achten Jahrhundert an förderten die religiös-politischen Führer der Muslime, die Kalifen mit gewaltigen Geldsummen die Wissenschaft. Während das mittelalterliche Europa in religiöser Beschränktheit verharrte, denn die Kirche verfolgte jeden mit unnachgiebiger Härte, der das von ihr vorgegebene Weltbild in Frage stellte. Noch 1633 wurde Galileo Galilei von der Katholischen Kirche zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt, weil er in seiner Publikation Dialogo sopra i due massimi sistemi. (Florenz 1632) auf Deutsch: Dialog über die beiden hauptsächlichen Weltsysteme in Dialogform dargelegt hatte, dass nicht die Erde im Mittelpunkt unseres Planetensystems steht, sondern die Sonne. Und sich die Erde sowohl um sich selbst, als auch um die Sonne dreht. Auf diese Weise wirkte die Kirche über Jahrhunderte in Europa als Forschungs- und Wissensbremse.

Abbasidenreich um 850 n. Chr. © public domain.

Gründung des Hauses der Weisheit in Bagdad

Den muslimischen Kalifen gelang es dagegen, an die kulturelle Blütezeit der antiken Reiche anzuknüpfen. 825 n. Chr. gründete der abbasidische Herrscher al-Ma’mūn in Bagdad das Haus der Weisheit. Vorbilder hierfür dürften die antike Bibliothek von Alexandria, sowie die Schule von Nisibis im byzantinischen Antiochia, aber vor allem auch die Akademie von Gundischapur, dem geistigen Zentrum des persischen Sassanidenreichs gewesen sein. Zu ihrer Blütezeit soll die Bibliothek von Alexandria zwischen 400.000 und 500.000 Schriftrollen beherbergt haben. Nachdem die Araber von den Chinesen gelernt hatten Papier herzustellen, waren die Bedingungen zur Gründung für das Haus der Weisheit günstig. In seiner Blütezeit arbeiteten dort rund 90 Gelehrte an wissenschaftlichen Übersetzungen. Die Texte stammten unter anderem aus Byzanz, dem noch verbliebenen oströmischen Reich, das als einziger Bewahrer des antiken Wissens übrig geblieben war. Der Kalif Al-Ma’mūn hatte einen Gelehrten seines Hofes nach Byzanz gesandt, um den Kaiser um antike wissenschaftliche Texte zu bitten. Aber auch die Eroberung von Nisibis, mit seiner berühmten Gelehrtenschule dürfte die Araber mit wertvollen antiken Texten versorgt haben. Viele Werke aus dieser Sammlung lagen bereits in aramäischer Übersetzt vor.

Andere antike Schriften wurden zunächst aus dem Griechischen ins Aramäische und dann ins Arabische übersetzt. Dabei entwickelten die Mitglieder des Hauses der Weisheit unter der Leitung des christlichen Arztes Hunayn ibn Ishaq eine Übersetzungstechnik, bei der es mehr um das eigentlich Gemeinte ging, als um eine wörtliche Übersetzung. Deshalb handelt es sich bei den über den arabischen Kulturkreis nach Europa gelangten antiken Texte oft um eine Interpretation der Originale. Übersetzt wurden unter anderem Werke von Galen, Euklid, Hippokrates, Platon, Aristoteles, Ptolemäus und Archimedes. Neben Muslimen arbeiteten im Haus der Weisheit auch viele Christen, Sabäer und Juden. Denn sie beherrschten die Sprachen, in denen die antiken Schriften verfasst waren. Das Gelehrtenzentrum in Bagdad verfügte über ein Observatorium, eine Akademie, eine umfangreiche Bibliothek und ein Krankenhaus. Später wurden nach dem Vorbild des Hauses der Weisheit ähnliche Einrichtungen im marokkanischen Fez und ägyptischen Kairo, sowie im maurischen Córdoba und Sevilla errichtet.

Verlust des antiken Kulturschatzes im Westen

Im römischen Reich wurde die Bildung hoch geachtete, wie dieses Mosaik aus der antiken Stadt Pompeji belegt, auf dem der griechische Philosoph Platon mit seinen Schülern dargestellt ist. © public domain.

Zur gleichen Zeit konnten die europäischen Bibliotheken sich glücklich schätzen, wenn sie über 100 Bücher verfügten. Denn Westrom war der antike Kulurschatz weitgehend verloren gegangen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Oft wird die Schuld hierfür den germanischen Stämmen zugewiesen, die Westrom schließlich zu Fall brachten. Doch die Visigothen etwa dienten bereits als Verbündete der Römer in deren Armee. Sie bewunderten, ähnlich wie die arabischen Stämme im Süden des Reiches, die Hochkultur des römischen Reiches und wollten sich darin niederlassen und daran teilhaben. Alarich und sein Stamm plünderten Rom im Jahre 410 n. Chr. denn uach nur deshalb, weil die Römer sie für ihre militärischen Dienste nicht bezahlt hatte.

410 eroberten und plünderten die Visigothen unter Alarich Rom, weil sie für ihre militärischen Dienste nicht bezahlt worden waren. Die Plünderung verlief vergleichsweise „gesittet“. © public domain.

Am Verlust des antiken Kulturschatzes dürfte vielmehr auch die Intoleranz und Ignoranz des durch Kaiser Konstantin 324 n. Chr. in Rom offiziell anerkannten Christentums eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben. Bedeutete doch die Einführung des Christentums für die antike Welt einen Systemwechsel, nach dem alles antike Wissen und das damit verbundene Weltbild als heidnisch abgelehnt wurden. Während bisher weite Kreise der Bevölkerung Roms lesen und schreiben konnten und nicht selten über eine hohe Bildung verfügten, ging die Verbreitung des christlichen Glaubens mit einem Untergang dieser antiken Bildungskultur einher. Kamen doch viele Anhänger des Christentums aus den ärmeren, weniger gebildeten Schichten. So kam es ab dem 5. Jahrhundert zu einem Verfall der römischen Bildung, der darin gipfelte, dass selbst viele christliche Kleriker Analphabeten waren. Die meisten Schreiber in den Klöstern malten die antiken Texte nur rein bildlich ab, ohne zu wissen was in ihnen tatsächlich geschrieben stand. Dieser Untergang der Schriftkultur leitete die dunklen Jahrhunderte ein, die wir auch als Mittelalter bezeichnen, weil sie durch ein weitgehendes Fehlen schriftlicher Zeugnisse charakterisiert sind.

Magiere verbrennen ihre Bücher nach ihrer Bekehrung durch Paulus. Gustave Doré (1832–1883) © gemeinfrei.

Mit der Einführung des Christentums  als Staatsreligion im römischen Reich kam es zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Christen und Anhängern heidnischer Kulte. Dabei wurden viele Tempel und andere heidnische Stätten vernichtet, wie etwa die den heidnischen Göttern geweihten Bibliotheken. So ist etwa die Existenz der berühmten Bibliothek von Alexandria, an der viele griechische Gelehrte gearbeitet hatten, bis 380 n. Chr. belegt. Um 520 n. Chr. dagegen berichtet der bedeutende christliche Aristoteleskommentator Johannes Philoponos, der in Alexandria lebte, dass die Bibliothek nicht mehr existierte. 529 n. Chr. wurde die neuplatonische Gelehrtenschule in Athen auf Befehl des oströmischen Kaisers Justinian geschlossen. Oft galten den Christen, die nicht selten Analphabeten waren, die antiken Bücher als Zauberbücher, die verbrannt werden mussten. Diese Ansicht geht auf eine Geschichte über Paulus zurück, laut dem Magiere, die er bekehrt haben soll, ihre Zauberbücher freiwillig verbrannt hätten.

Apg 19,18-20:18 Und viele von denen, die zum Glauben gekommen waren, kamen und legten ein Bekenntnis ab und erzählten von ihren Machenschaften. 19 Eine ganze Reihe von denen, die Zauberei getrieben hatten, trugen die [Zauber]bücher zusammen und verbrannten sie vor aller Augen. Und man schätzte ihren Wert und kam auf 50.000 Silbermünzen. 20 So wuchs und erstarkte des Herrn Wort mit Macht.

Wie der antike Geschichtsschreiber Ammianus Marcellinus, der etwa zwischen 330 und 395 n. Chr. lebte, in seinen Res gestae berichtet, fand auf Befehl des christlichen, oströmischen Kaisers Valens eine der größten Bücherverbrennung statt. Er warf seinen politischen Gegnern vor, sich gegen ihn verschworen zu haben und nach der Kaiserwürde zu streben. Diese Gegner wurden unter anderem angeklagt, Zauberbücher zu besitzen. Dazu schreibt Marcellinus:

„Sodann wurden zahllose Bücher und viele Haufen von Schriftrollen zusammengetragen und vor den Augen der Richter verbrannt. Man hatte sie in Häusern wegen ihres angeblich verbotenen Inhalts ausfindig gemacht, und nun sollten sie dazu dienen, den üblen Eindruck der Hinrichtungen zu verwischen. Dabei handelte es sich größtenteils doch nur um Werke der verschiedenen freien Wissenschaften und über Rechtsfragen.“ (Ammianus Marcellinus 29,1,41).

Hierbei schreckte der Kaiser auch nicht davor zurück die Häuser der Verdächtigen durchsuchen zu lassen, was ein besonders schwerer Verstoß gegen römisches Recht war. Im Zuge dieser Aktion wurden auch viele angesehene Gelehrte, wie etwa Philosophen hingerichtet.

Später wurden noch mehr Besitzer von vermeintlichen Zauberbüchern verfolgt und hingerichtet. Das schüchterte andere Besitzer antiker Werke derart ein, dass viele aus Furcht davor, ein ähnliches Schicksal zu erleiden ihre gesamten Bibliotheken verbrannten (Ammianus Marcellinus 29,2,4).

Die alexandrinische Mathematikerin, Astronomin und Philosophin Hypatia wurde 415 n. Chr. in der Kirche Caesarion von einem christlichen Mob ermordet. © Gemälde von Charles William Mitchell, 1885. public domain.

Ende des 4. Jahrhunderts kam es in Alexandria, einer der antiken Hochburgen des Christentums, zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Christen und Anhängern der antiken heidnischen Kulte. Bei den gewalttätigen Ausschreitungen gab es auch Todesopfer. Bei dieser Gelegenheit ließ der Patriarch Theophilos von Alexandria antike Kultstätten zerstören, wie etwa auch das berühmte Serapeum, einem Teil der Bibliothek von Alexandria. Im Jahr 415 wurde die damals bereits sechzigjährige alexandrinische Mathematikerin, Astronomin und Philosophin Hypatia von einem christlichen Mob grausam ermordet.

Der Senator Cassiodor sammelte antike Schriften und wies die christlichen Mönche an, diese zu kopieren. © public domain.

Nachdem bereits ein Großteil der antiken Schriften im west-römischen Reich verloren gegangen war, versuchte der aus einer alten, römischen Adelsfamilie stammende Senator Cassiodor zu retten was von dem antiken Kulturgut noch verblieben war. Er sammelte alle antiken Schriften, derer er habhaft werden konnte. Mit seinem Werk Institutiones divinarum et saecularium litterarum gab er den christlichen Mönchen einen Literaturführer an die Hand, sowie eine genaue Anleitung, wie sie religiöse, aber ausdrücklich auch weltliche Handschriften sorgfältig kopieren konnten. Damit erteilte er den christlichen Mönchen den Auftrag antike Schriften zu bewahren. Mit siebzig gründete Cassiodor auf seinem Landgut im heutigen Squillace eine klosterähnliche Bildungsstätte namens Vivarium. Hierdurch wollte er offenbar das lateinisch-weströmische Christentum mit einer genauso guten Bildung ausstatten, wie sie das griechisch-oströmische Byzanz bereits mit der Schule von Nisibis besaß. Doch es war bereits zu spät. Auch Cassiodor verfügte nicht über mehr Schriften, als später die mittelalterlichen Bibliotheken in Europa. Aber immerhin wurden die verbliebenen antiken Texte fortan von den Mönchen getreulich kopiert. Und so kam es, dass sich die Kirche fortan rühmen konnte, als eine Erbin des römischen Reiches die antiken Schriften bewahrt zu haben, obwohl das Christentum anfangs nicht unwesentlich an ihrer Zerstörung beteiligt war.

Koran ermutigte dazu, die Welt verstehen zu wollen

Dagegen gaben sich die muslimischen Kalifen von Beginn an weltoffen, indem sie die antiken Wissenschaften schätzten und deren Weiterentwicklung förderten. Ein Grund hierfür liegt unter anderem darin, dass es mit zunehmender Größe des muslimischen Reiches immer schwieriger wurde, von jedem Ort aus die Gebetsrichtung nach Mekka zu bestimmen. Denn dazu müssen Muslime ihre genaue geographische Position kennen, die sie anhand der Bewegungen von Sonne, Mond und den Sternen bestimmen sollen. So fordern etwa einige Koranverse dazu auf den Himmel zu beobachten, sowie über den Sinn der Schöpfung und die Bahnen der Himmelkörper nachzudenken.

Doch das Interesse der muslimischen Herrscher erschöpfte sich nicht in der Beantwortung solcher, durch religiöse Riten motivierte Fragen. Denn der Koran fordert seine Gläubigen nicht nur dazu auf die Welt zu bewundern, sondern auch sie besser zu verstehen. Ihm zufolge ist die Welt voller Zeichen, die auf einen weisen, gnädigen und gerechten Schöpfer hinweisen. Daher konnten sich islamische Gelehrten bei ihrer Forschung darauf berufen, dass sie Wissenschaft betrieben, um Gottes Wirken in der Welt zu erfassen.

Sure 50 Vers 6: „Schauten sie (die Ungläubigen) denn nicht zum Himmel, der über ihnen ist, empor, wie wir ihn erbauten und verzierten, so dass er keine Spalten hat?“

Sure 3 Vers 190: „In der Erschaffung der Himmel und der Erde und im Wechsel von Tag und Nacht sind Zeichen für diejenigen, die Verstand haben.“

Sure 10 Vers 5: „Er ist es, der die Sonne zur Helligkeit (am Tag) und den Mond zu Licht (bei Nacht) gemacht hat; ihm hat er Stationen bestimmt, damit ihr die Zahl der Jahre und das Errechnen (der Zeit) kennenlernt.“

Sure 55 Vers 5: „Die Sonne und der Mond folgen ihrem exakt berechneten Kurs.“

Die Freiheit des Denkens und Forschens an den abbasidischen Hochschulen lockte nicht nur viele Gelehrte aus dem ganzen Reich an, sondern auch aus anderen Ländern, wie etwa Indien, China, aber auch dem oströmischen Reich. Denn die Kalifen wollten eine Wissenskultur schaffen, die der vergangener Großreiche in nichts nachstand.

Erhalt antiken Wissens

So ließen die Kalifen etwa Euklids Elemente übersetzten. Ein Werk, in dem der griechische Mathematiker Euklid, der im 3. Jh. v. Chr. lebte, die Arithmetik und Geometrie seiner Zeit zusammengefasst hatte. Die Grundlagen dieses antiken Wissens gehen bis auf mesopotamische und ägyptische Quellen zurück. Dabei bediente sich der griechische Gelehrte bereits eines exakten, wissenschaftlichen Aufbaus. Leitete er doch die meisten seiner Aussagen aus einer begrenzten Anzahl von Definitionen, Postulaten und Axiomen her und bewies deren Gültigkeit. Bis heute wird diese Art der Beweisführung in der Wissenschaft verwendet. 2000 Jahre lang, bis ins 19. Jahrhundert dienten Euklids Elemente als Lehrbuch und waren damit, nach der Bibel das am weitesten verbreitete Werk der Weltliteratur.

Zahlenschriften aus Indien, Persien, Arabien und Europa. © Madden. CC BY-SA 3.0. Wikimedia Commons.

Eine Grundvoraussetzung für den Erfolg bei der Weiterentwicklung der antiken Wissenschaften war die Einführung der indischen Zahlenschrift im persisch-arabischen Kulturraum. Sie beruht auf dem Dezimalsystem und hat sich aus der indischen Brahmi-Schrift entwickelt. Wobei der Wert der neun Ziffern von ihrer Position abhängt. Hinzu kommt als zehntes Zeichen die Null, die entweder durch einen Punkt oder einen Kreis dargestellt wird. Die römischen Zahlen waren für eine höhere Mathematik nicht geeignet.

Übersetzung antiker Texte durch Johannitus

Hunain ibn Ishaq übersetzte 116 antike Werke ins Arabische und schrieb selbst 36 Bücher. © public domain.

Einer der bedeutensten Übersetzer antiker Werke ins Arabische war der arabisch-christliche Arzt Hunain ibn Ishāq, latinisiert Johannitus genannt. Er wurde 808 in al-Hirah geboren, der früheren Hauptstadt des arabischen Königreiches der Lachmiden. Sie waren Vasallen des persischen Sassanidenreiches und als nestorianische Christen für ihre Mehrsprachigkeit und Bildung bekannt, denn als Liturgie- und Kultursprache beherrschten sie neben dem Arabischen auch die syrische Sprache.

Hunain ibn Ishãq bereiste Syrien, Palästina, Byzanz und Ägypten auf der Suche nach antiken, griechischen Schriften. Anschließend übersetzte er diese zusammen mit seinen Kollegen im Haus der Weisheit in Bagdad. Er beherrschte vier verschiedene Sprachen: Arabisch, Syrisch, Griechisch und Persisch und gilt als der produktivste Übersetzer seiner Zeit. Deshalb wurde er auch als „Scheich der Übersetzer“ und „Vater der arabischen Übersetzungen“ bezeichnet. Mit seinen Übersetzungen sorgte er dafür, dass die letzten noch erhaltenen Werke der antiken Wissenschaften nicht verloren gingen und als Grundlage zunächst für die persisch-arabische, dann für die europäische und schließlich für die internationale Wissenschaft dienen konnten. Ohne die Arbeit dieses begabten Übersetzers und seines Teams würde die heutige Welt vermutlich über wesentlich weniger Wissen verfügen. Darüber hinaus prägte Hunain ibn Ishaq im Laufe seiner Arbeit wissenschaftliche Fachausdrücke aufgrund derer die arabische Sprache überhaupt erst zu einer Wissenschaftssprache wurde.

Doch Hunain ibn Ishaq übersetzte und kommentierte nicht nur 116 antike Werke, darunter von Galen, Hippokrates und Aristoteles, er schrieb auch selbst 36 Bücher, 21 davon behandelten medizinischen Themen. Seine Zehn Bücher über das Auge wurden im sizilianischen Salerno von Konstantin von Afrika ins Lateinische übersetzt und dienten im mittelalterlichen Europa unter dem Titel Liber de oculis Constantini Africani als Lehrbuch der Augenheilkunde. Auch seine Einführung in die Medizin Isagoge Johannitii war im europäischen Mittelalter hoch angesehen.

Rhazes als Universalgelehrter, Alchemist und Mediziner

Rhazes (al-Razi) ( 865 – 925 n. Chr.), Mediziner und Alchemist der in Ray an der Seidenstraße und Bagdad lebte. © Wellcome Collection. CC BY 4.0..

Ein weiterer bedeutender Gelehrter aus dieser Zeit war der persische Mediziner, Alchemist und Philosoph Abu Bakr Mohammad Ibn Zakariya al-Razi, der in Europa als Rhazes bekannt wurde und von 854 bis 925 lebte. Er war ein früher Vertreter der experimentellen Medizin und leitete zeitweilig das Krankenhaus in Bagdad und seiner Heimatstadt Ray. Ray liegt an der Seidenstraße und war damit nicht nur ein Umschlagplatz für Güter aus Ost und West sondern auch ein Ort des Austausches zwischen den Kulturen. Die weltoffene Umgebung, in der Razi aufwuchs prägte sein ganzes Leben. Sein Denken war frei von Ideologien und er kombinierte in seiner Forschung Vorstellungen aus dem Westen mit denen des Ostens und erweiterte diese um seine eigenen Beobachtungen. Er war der erste, der den diagnostischen Unterschied zwischen Windpocken und Masern erkannte. Bei seinen alchemistischen Experimenten isolierte und beschrieb er Alkohol und Schwefelsäure. So gilt er als einer der arabischen Alchemisten, die die Grundlage für die moderne Chemie legten. Sie experimentierten mit allen möglichen Substanzen, unter anderem auch um Gold herzustellen und entwickelten dabei die ersten Gefäße und Techniken mit denen chemische Experimente durchgeführt werden können. Eine beliebte Technik war etwa die Destillation. So stammt denn so mancher Begriffe der mit Al beginnt, wie Alchemie, Alkali, Alkohol und der Destillierhelm Alambic aus dem Arabischen.

Destillation mit einem Alambic. © H Padleckas. CC BY-SA 3.0.

Weiter führte Razi die Kinderheilkunde als Spezialgebiet der Medizin ein und war ein Pionier der Optik. So erkannte er etwa, dass sich die Pupillenöffnung des Auges an die Helligkeit der Umgebung anpasst. Viele seiner medizinischen Werke wurden später ins Lateinische übersetzt und zur Grundlage der medizinischen Ausbildung in Europa.

Als Razi im Alter erblindete, soll ein anderer Mediziner ihm angeboten haben, sein Augenleiden zu heilen. Daraufhin soll Razi ihn gefragt haben, wie denn das Auge aufgebaut sei. Als sein Kollege ihm diese Frage nicht beantworten konnte, soll Razi gesagt haben: „Ich werde meine Augen nicht von jemandem behandeln lassen, der sich nicht einmal mit den Grundlagen der Anatomie des Auges auskennt.“

Alhazen als Vorreiter der modernen Optik

Alhazen (965 bis 1040 n. Chr.), Mathematiker, Optiker und Astronom. © public domain. Wikimedia Commons.

Ein anderer Gelehrter, der großen Einfluss auf Europa haben sollte war der Mathematiker, Optiker und Astronom Ibn al-Heithem, auch unter dem Namen Alhazen bekannt, der etwa von 965 bis 1040 lebte. Er führte grundlegende Experimente zur Optik durch. Bereits in der Antike gab es zwei grundlegend verschiedene Vorstellungen darüber, wie das menschliche Auge funktioniert. So gingen etwa Euklid und Ptolemäus davon aus, der im Gehirn hervorgerufene visuelle Eindruck werde durch „Sehstrahlen“ ermöglicht. Ihrer Theorie zufolge sollte das menschliche Auge diese Strahlen aussenden und damit seine Umgebung abtasten, so wie ein Blinder seine Umgebung mit einem Stab erkundet. Aristoteles dagegen war der Meinung, die Lichtstrahlen existierten unabhängig vom menschlichen Auge und durchquerten auf ihrem Weg von den Gegenständen in das Auge ein anderes Medium. Um das Rätsel zu lösen untersuchte Alhazen den Aufbau des Auges. Dabei kam er zu dem Ergebnis, beim Sehvorgang würden Strahlen in das Auge eintreten. Anhand zahlreicher Versuche erkannte er auch die physikalische Natur dieser Strahlen als Licht. Die Eigenschaften dieser Lichtstrahlen untersuchte er mit den Prinzipien der geometrischen Optik.

Skizze des menschlichen Auges nach Ibn al-Heithem. © public domain.

Durch seine modern anmutende Kombination von Experimenten mit theoretischen Überlegungen, die wiederum durch neue Experimente überprüft wurden, gilt Alhazen auch als einer der ersten Wissenschaftler, die eine empirische Vorgehensweise wählten, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.

Alhazen schrieb zahlreiche Bücher über seine Forschung, von denen besonders sein Buch Schatz der Optik später auch ins Lateinische übersetzt wurde und unter dem Titel Perspectiva oder De aspectibus verbreitet war. Es hatte einen großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der modernen Optik.

Avicenna, der Fürst der Ärzte

Avicenna als „Fürst der Ärzte“ (Holzschnitt, Venedig 1520). © public domain.

Einer der bedeutensten Gelehrten seiner Zeit war jedoch Avicenna oder arabisch Ibn Sina. Er erblickte um 980 in der Nähe des persischen Buchara in Chorasan das Licht der Welt und war Arzt, Physiker, Philosoph, Dichter, Jurist, Mathematiker, Astronom, Alchemist und Musiktheoretiker. Er übersetzte und kommentierte Schriften von Aristoteles, Hippokrates und Galen. Verfasste jedoch auch selbst rund 40 Schriften. Als sein wichtigstes Werk gilt sein Kanon der Medizin in dem er das medizinische Wissen der damaligen Zeit systematisch zusammenfasste. Es diente vom Mittelalter an bis ins 19. Jahrhundert hinein als Standardwerk der medizinischen Ausbildung, nicht nur im arabischen Raum, sondern auch in Europa. Er beschreibt darin unter anderem, dass Tuberkulose ansteckend ist und Krankheiten über Wasser und Erde verbreitet werden können. Aber auch welchen Einfluss Klima und Umwelt auf die Gesundheit haben und, dass Chirurgen den Patienten Anästhetika schlucken lassen sollen, damit sie bei der Operation weniger Schmerzen haben. Er rät Chirurgen, Krebsgeschwüre in einem möglichst frühen Stadium zu behandeln und dafür zu sorgen, dass dabei alles kranke Gewebe komplett entfernt wird. Er beschreibt weiter den Aufbau des Auges korrekt und Augenkrankheiten, wie den Grauen Star. Auch schildert er die Symptome ansteckender und sexuell übertragbarer Krankheiten sowie die von Diabetes mellitus. Bei einem lebensbedrohlichen Verschluss der Atemwege empfiehlt Avicenna einen Luftröhrenschnitt. Das Herz versteht er, wie bereits Aristoteles, als Pumpe und nicht etwa als Sitz der Seele.

In seinem Werk Liber Primus Naturalium untersucht Avicenna die Ursachen für Krankheiten und Missbildungen. Am Beispiel der Polydaktylie, einer Krankheit, bei der Patienten über mehr Finger oder Zehen verfügen, erklärt er, dass Missbildungen und Krankheiten nichts übernatürliches oder zufälliges haben, sondern natürlichen Ursprungs sind. Was eine wichtige Erkenntnis in Richtung einer konsequent naturalistischen Betrachtung medizinischer Phänomene darstellt.

Ibn an Nafis als Entdecker des Lungenkreislaufs

Ibn Al Nafis. © CC BY-SA 3.0. Wikimedia Commons.

Der syrisch-arabische Mediziner Ibn an-Nafīs, der um 1210 in Damaskus geboren wurde und 1288 in Kairo starb, leitete das Nasri-Krankenhaus in Kairo und war Leibarzt von Sultan Baibars I. Er entdeckte den kleinen Blutkreislaufs, besser bekannt als Lungenkreislauf. Seine Erkenntnisse gewann Ibn an-Nafīs durch die Sektion von menschlichen Leichen. Seine Theorie stand im Widerspruch zur damaligen Lehrmeinung der Humoralpathologie, die durch die Werke von Galen und Avicenna verbreitet war. Darüber hinaus erkannte er auch, dass das Herz durch die Koronargefäße mit Blut versorgt wird.

Sektionen im mittelalterlichen Europa

Der römisch-deutsche Kaiser Friedrich II. machte 1238 an der Universität Salerno, Sizilien, die Sektion von Schweinen zur Pflichtübung für angehenden Chirurgen. © public domain.

Im europäischen Mittelalter wurden die ersten Sektionen ab 1238 auf Anordnung des römisch-deutschen Kaisers Friedrich II an der Universität in Salerno, Sizilien durchgeführt. Sie waren ein Muss für jeden Chirurgen, erfolgten aber nur alle fünf Jahre an Schweinen, deren Anatomie von der des Menschen doch recht verschieden ist. Sektionen an menschlichen Leichen lehnte die Kirche wegen des Glaubens an die Auferstehung des Fleisches ab. Vor allem die Kirchenväter Tertullian (155-222) und Augustinus (354-430) hatten sich gegen eine Leichenöffnung ausgesprochen. In seiner Schrift De Civitate dei verdammte Augustinus die Arbeit der Anatomen mit scharfen Worten und behauptete auf diese Weise könnten sie niemals die wahre „Harmonie des menschlichen Körpers“ erfassen. Seine Urteil sollte die Haltung der Kirche zu Sektionen über Jahrhunderte beeinflussen.

Die Scuola Medica Salernitana als Miniatur im Canon des Avicenna.
Das Bild gibt eine Legende über den normannischen Herzog Robert wieder. Er soll durch einen Pfeil schwer verletzt worden und dann von seiner Frau gerettet worden sein, indem sie – unter Anleitung der Ärzte – das vergiftete Blut aus seiner Wunde saugte. © public domain. Wikimedia Commons.

Im Frühmittelalter wurden Sektionen am Menschen nur zur Klärung der Todesursache eines Verstorbenen durchgeführt. 1163 verbot die Kirche auf dem Konzil von Tours sogar Mönchen, die bisher chirurgische Eingriffe durchgeführt hatten mit dem Edikt Die Kirche verabscheut Blut, deren medizinische Tätigkeit. Als Begründung führte die Kirche die Todesfälle an, die durch die Tätigkeit der nicht durch Sektionen geübten Mönche immer wieder auftraten. Und im Jahr 1300 belegte Papst Bonifaz VIII die Leichensektion mit dem Kirchenbann, nachdem er bereits ein Jahr zuvor den Brauch verboten hatte, die Leichen hochrangiger Kreuzrittern vor Ort abzukochen, um ihre „sauberen Knochen“ so besser zurück in die Heimat transferieren zu können. Es sollten noch 150 Jahre vergehen, bis sich zunächst 1484 Papst Sixtus IV und später 1534 Papst Clemens VII. ausdrücklich für anatomische Studien am Menschen aussprachen, aus Gründen der Nächstenliebe.

Mondino de Lucci bei einer Leichensektion. Sein Lehrbuch zur Anatomie umfasste gerade einmal 40 Seiten. © public domain.

Die älteste Universität Europas, wurde 1119 gegründet. An ihr wurden zunächst nur Rechtswissenschaften gelehrt. 1156 kam eine medizinische Fakultät dazu, an der jedoch nur theoretisch, anhand antiker Texte doziert wurde. Erst 1315 führte der Medizinprofessor Mondino de Luzzi in Bologna die Sektion menschlicher Leichen ein. 1316 verfasste er sein Lehrbuch Anathomia über die Sektion. Das Buch zählte gerade einmal 40 Seiten (erste Druckausgabe Padua 1476). Dennoch blieb dieses Werk 200 Jahre lang bei der Ausbildung der Mediziner im Einsatz, obwohl es bestehende Theorien in keiner Weise hinterfragte oder überprüfte.

Averroes als Verfechter eines aufgeklärten Islam und medizinischer Experte

Averroes auf dem Bild von Raphael (1483-1520), Die Schule von Athen. © public domain.

1126 wurde Averroes, arabisch Ibn Rushd, als Kind einer prominenten Juristenfamilie im andalusischen Cordoba geboren. Er wirkte als Philosoph, Theologe, Mediziner, Jurist, Physiker und Astronom. Er war ein großer Verehrter von Aristoteles, dessen Werke er übersetzte und kommentierte. In seinen eigenen philosophischen Schriften war er daher ein starker Verfechter der Logik. Er vertrat auch die Ansicht, die Philosophie könne bei der Interpretation religiöser Texte helfen. Und wenn religiöse Texte der Vernunft und Philosophie widersprächen, argumentierte er für eine allegorische Interpretation der betreffenden Textstelle. In Europa wurde Averroes vor allem wegen seiner Aristoteleskommentare berühmt. So wurde er von vielen westlichen Philosophen nur als Der Kommentator bezeichnet, während Aristoteles nur Der Philosoph genannt wurde.

Sein wichtigstes medizinisches Werk schrieb Averroes um 1162: Das al-Kulliyat fi al-Tibb, auf Deutsch Generelle Prinzipien der Medizin wurde in Europa als Colliget verbreitet. Die lateinische Übersetzung dieses Werks diente dem Westen lange Zeit als Lehrbuch.

Arabische Kartographie

Ebstorfer Weltkarte. Erstellt vermutlich um 1300. © public domian.

Doch die mittelalterliche, arabisch-persische Kultur war dem christlichen Europa nicht nur in der Medizin überlegen, sondern auch in der Kartographie. Zu dieser Zeit in Europa erstellte Weltkarten waren damals, wie die gesamte europäische Kultur, so stark vom christlichen Glauben geprägt, dass sie nicht in der Lage waren, die Realität auch nur halbwegs abzubilden. Die Welt wurde in diesen Karten als Leib Christi dargestellt, mit Jerusalem als Zentrum. Alle damals bekannten Länder wurden um Jerusalem herum angeordnet, ohne geographische Details zu berücksichtigen, die im übrigen wohl auch nicht bekannt waren. Ein Beispiel hierfür stellt die Ebstorfer Weltkarte dar.

Umgedrehte Version der Tabula Rogeriana, der Weltkarte, die Al Idrsis für den normannischen König Roger von Sizilien, anfertigte. Die ursprüngliche Karte ist gesüdet der Süden lag also oben. Bei dieser Version wurde die Karte umgedreht, um die uns übliche Nordung zu erreichen. © public domain.

Daher beauftragte der normannische König Roger II. von Sizilien im 12. Jahrhundert den arabischen Geographen Al-Idrisi ihm eine Weltkarte anzufertigen. Der Geograph Al Idrisi arbeitete 18 Jahre an dieser Karte. Im Jahre 1154 war sie schließlich mit allen Kommentaren und Illustrationen fertig gestellt.

Weiterentwicklung des Astrolabiums als Vorläufer des Sextanten

Und auch im Bereich der Navigationsinstrumente, mit denen man seine Position auf der Welt bestimmen konnte, waren die Muslime damals führend. Ausgehend von den Entwicklungen der antiken Griechen verbesserten sie das Astrolabium. Ein scheibenförmiges, astronomisches Instrument, mit dem sich die aus Sicht der Erdbewohner scheinbare Drehung des Himmels abbilden lässt. Es war ein Vorläufer des Sextanten.

Astrolabuium des Al-Sahl al-Nisaburi. Hergestellt in Hama, Syrein, im 12. bis 13. Jahrhundert. Ausgestellt im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. © CC BY-SA 4.0.. Wikimedia Commons.

Ein Astrolabium ist wie folgt aufgebaut: Auf einer festen Scheibe, dem Tympanon, sind der Horizont und die Kreise des horizontalen Koordinatensystems abgebildet. Darüber befestigt ist die drehbare Rete, die als Himmelskörper eine Auswahl an Sternen und die Jahresbahn der Sonne (Ekliptik) wiedergibt. Mit diesem Instrument kann man unter anderem sowohl tagsüber die Position von Sternen, als auch die Himmelsrichtung bestimmen. Denn wenn man die Rete auf Datum und Uhrzeit einstellt, lassen sich die Positionen der Sterne ablesen. Wenn man dagegen das Datum und die Position eines Sterns oder der Sonne kennt, lässt sich daraus die Uhrzeit oder die Himmelsrichtungen ableiten. So wurden im persisch-arabischen Reich des Mittelalters die astronomischen Instrumente weiter entwickelt, mit denen die Europäer später die Welt entdecken sollten.

Eroberung Bagdads durch die Mongolen. © public domain.

Doch im Laufe der Jahrhunderte machten sich immer mehr Gebiete des einstigen Abbasidenreiches unabhängig. Und im 13. Jahrhundert wurde Bagdad schließlich von den Mongolen gestürmt und das Haus der Weisheit zerstört. Nach und nach verloren die nun kleineren muslimischen Reiche an Macht und Einfluss, während Europa durch die Rückeroberung Siziliens und Spaniens in Kontakt mit der muslimischen Kultur gelangte und sich die wissenschaftlichen Texte durch Übersetzungen zu Eigen machte. Im Zuge dieses Wissenstransfers befreite sich der Westen zunehmend von seinen religiösen Fesseln. Während im muslimischen Osten die religiösen Beschränkungen allmählich zunahmen und die Bedingungen für wissenschaftliches Arbeiten sich verschlechterten. Ein wichtiger Punkt in diesem Prozess könnte auch das Verbot des Buchdrucks im osmanischen Reich gewesen sein, der eine höhere Bildung weiter Bevölkerungsgruppen zunächst verhinderte.

von Ute Keck, 24. Mai 2019

 

Weitere Informationen:

Der Koran als Motor der Wissenschaft: Sure 50 Vers 6

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